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Warum ich meine Selbstständigkeit aufgebe

Alles neu macht der Mai.

So lautet ein altes Sprichwort – und für mich könnte es gerade nicht passender sein.


Vieles sortiert sich bei mir neu. Vor allem beruflich.

Denn ich habe eine Entscheidung getroffen, die vieles verändert.


In den letzten Jahren war ich mit Herz und Hingabe als

selbstständige Trauerrednerin und Trauerbegleiterin tätig.

Ich durfte viele Menschen begleiten, Rituale gestalten und Räume für

Menschlichkeit und Verbindung öffnen. Diese Arbeit war intensiv, lehrreich –

und sie hat sich zutiefst sinnvoll angefühlt.


Aber: Es war auch herausfordernd.

Viele wissen noch gar nicht, dass es Trauerbegleitung überhaupt gibt.

Es war oft schwer, sichtbar zu werden – und von dieser Arbeit am Ende

auch leben zu können.


Zudem habe ich in den letzten Monaten gespürt:

Ich sehne mich nach einem anderen beruflichen Rahmen. Nach Stabilität. Nach Teamarbeit. Nach einem sicheren Rahmen, in dem ich wirken kann – gemeinsam mit anderen.


Es war keine leichte Entscheidung und ein langer Prozess

aber ich habe mich entschieden, ab Mai wieder eine neue Festanstellung anzutreten.

In einem Bereich, der meine Kompetenzen auf wunderbare Weise verbindet.


Was genau es ist, dazu später mehr. Aber eins kann ich dir schon jetzt sagen:


Was bleibt, ist mein Herzensthema.


Ich werde weiterhin Menschen begleiten.

Ich werde weiterhin mein Wissen weitergeben.

Ich werde weiterhin für eine neue Trauerkultur einstehen.

Und ich werde weiterhin schreiben – über all die Themen, die mich bewegen.

Und die Trauernde bewegen.


Eines möchte ich dir ganz ehrlich sagen:

Eine Zeit lang fühlte es sich an, als wäre ich mit meinem Herzensprojekt gescheitert.

Aber wenn ich zurückblicke, weiß ich: Ich bin nicht gescheitert. Ich bin gewachsen.

Ich habe so viel gelernt, bewegt, aufgebaut, ausprobiert, begleitet – und darf jetzt mit neuer Klarheit und vielen wertvollen Erfahrungen weitergehen.


Und deshalb möchte ich dir danken.

Irgendwo auf dieser Reise sind wir uns begegnet. Du hast dich entschieden, mir zu folgen, meine Arbeit zu unterstützen. Ohne dich hätte ich vieles nicht erlebt, nicht gelernt, nicht gesehen.


Danke für dein Vertrauen.


Und alle, die in Trauer sind, wissen: Wandel bedeutet nicht loslassen. Manchmal bedeutet Wandel, das Wesentliche sichtbarer zu machen. Festzuhalten an dem Guten – und es einzupacken für die neue Reise.


Danke, dass du ein Teil dieses Weges bist.


Deine Katharina

 
 
 

7 Kommentare


Vuong
Vuong
27. Mai

Ein wirklich erfrischend direkter Blick auf das Thema Selbstständigkeit, Hut ab dafür! Deine Überlegungen regen mich sehr zum Nachdenken an, gerade weil ich selbst in ähnlichen Situationen stecke. Wenn ich ehrlich bin, was ich heute anders machen würde, dann wäre es wohl, von Anfang an mehr auf mein Bauchgefühl zu hören. Manchmal lässt man sich zu sehr von äußeren Erwartungen oder vermeintlich sicheren Wegen leiten, anstatt auf die eigene innere Stimme zu vertrauen. Ich stimme dir voll und ganz zu, dass die Kommunikation und der Austausch mit Gleichgesinnten Gold wert sind. Dieses Gefühl, nicht allein zu sein mit seinen Herausforderungen und Erfolgen, ist unbezahlbar. Ich teile diese Ansicht oft mit meinen Kollegen, und es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell…


PlayFina

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Ghita Nang
Ghita Nang
26. Mai

Hallo! Dein Artikel hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt, und ich muss sagen, ich bin ein bisschen traurig, dass du deine Selbstständigkeit aufgibst. Dein Beitrag war so klar und verständlich geschrieben, vielen Dank dafür. Ich frage mich schon, ob ein Folgeartikel geplant ist, der vielleicht beleuchtet, was dich zu dieser Entscheidung bewogen hat. Das wäre unglaublich spannend zu lesen. Ich hätte mir den Artikel schon früher gewünscht, da ich selbst gerade mit ähnlichen Überlegungen kämpfe. Deine ehrlichen Worte öffnen so viele Fragen bezüglich der eigenen beruflichen Laufbahn. Es ist faszinierend, wie du die Dinge darstellst, und es regt definitiv dazu an, über die eigenen Schritte nachzudenken. Ein wirklich wunderbarer und zum Nachdenken anregender Post. Ich hoffe, du teilst deine weiteren…


malina casino

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Vielen Dank für diesen wirklich aufschlussreichen Beitrag! Ich musste beim Lesen wirklich oft nicken und deine Gedanken zu deiner Selbstständigkeit haben mich sehr zum Nachdenken gebracht. Deine Erfahrungen sind so wertvoll und ich bin mir sicher, dass sie noch viel mehr Menschen erreichen sollten. Genau das Gleiche habe ich mich auch schon oft gefragt: Wie fängt man am besten mit der eigenen Selbstständigkeit an? Bei mir war es ähnlich, ich stürzte mich damals voller Enthusiasmus ins Abenteuer, ohne wirklich alle Konsequenzen zu bedenken. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, wie du es beschreibst, sehe ich das Ganze mit ganz anderen Augen. Es öffnet viele Fragen, die man sich stellen muss, bevor man diesen Schritt wagt. Ich hätte mir damals gewünscht, schon…


spinanga

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Mitchel
Mitchel
04. Mai

Hallo zusammen, ich lese hier gerade mit großem Interesse und muss sagen, dass die Gedanken zum Thema Selbstständigkeit wirklich zum Nachdenken anregen. Es ist faszinierend, wie Sie die Entscheidung, diesen Weg zu beenden, schildern. Ich kann das sehr gut nachvollziehen, denn ich habe eine ähnliche Erfahrung gemacht, als ich mich vor einiger Zeit selbstständig gemacht habe. Manchmal merkt man einfach, dass die Realität nicht ganz mit den anfänglichen Träumen übereinstimmt. Der Aufwand, den Sie in diesen Beitrag gesteckt haben, ist wirklich bemerkenswert. Hut ab dafür! Der Einstieg ist Ihnen auch sehr gut gelungen, das muss man sagen. Bei mir ging die eigene unternehmerische Reise noch tiefer, mit vielen Höhen und Tiefen, die man sich vorher gar nicht vorstellen kann. Ganz…


rollino

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Absolut, ich kann das sehr gut nachvollziehen, was Sie hier beschreiben. Oft wird die enorme Leistung, die hinter einer eigenen unternehmerischen Tätigkeit steckt, einfach nicht gesehen. Man denkt, das sei nur ein Hobby oder ein leichter Nebenverdienst, dabei steckt so viel Herzblut und harte Arbeit drin. Mir ging es anfangs ähnlich, ich hätte nie gedacht, wie sehr mir meine eigene Initiative und mein Einfallsreichtum in so vielen Lebensbereichen helfen würden, nicht nur beruflich. Aber natürlich gibt es auch die Kehrseiten, oder? Diese ständige Verantwortung, die Unsicherheit und die vielen Stunden, die man investieren muss, sind nicht zu unterschätzen. Manchmal frage ich mich, ob es nicht einfacher wäre, einen festen Job zu haben. Was mir besonders gefällt, ist die Möglichkeit, eigene…


crazybuzzer

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