Trauer in der Pflege
- Katharina Esser

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
So wichtig — aber keineswegs selbstverständlich —, dass Pflegeeinrichtungen ihren Mitarbeitenden Räume ermöglichen, sich mit Trauer auseinanderzusetzen.
Umso schöner, dass die Pflegedienste Kuijpers ihren Mitarbeitenden genau diesen Raum ermöglicht haben.

In meinem Workshop „Umgang mit Trauer – Selbstfürsorge und Teamfürsorge“ erzählte eine
Pflegekraft, dass sie als junge Auszubildende nach dem Tod eines Bewohners in einer anderen Einrichtung einmal hörte: „Das gehört halt dazu.“
Vielleicht stimmt das formal. Aber genau deshalb braucht es Räume, in denen das, was „dazugehört“, auch bearbeitet werden darf. Denn solche Räume bewirken etwas.
Im Workshop haben wir gemeinsam geschaut:
· Was sind Grundlagen von Trauer?
· Was bildet meinen persönlichen „Rettungsring“ der Selbstfürsorge?
· Was trägt Teams in herausfordernden Situationen?

· Welche Rituale können Halt geben?
Deutlich wurde dabei, dass sich Trauer im Pflegealltag häufig in Spannungsfeldern zeigt.
Menschen bauen Nähe zu Bewohner*innen auf, ihr Tod berührt sie persönlich und trotzdem müssen sie gleichzeitig in ihrer professionellen Rolle bleiben. Pflegekräfte möchten für Bewohner*innen und Zugehörige da sein und erleben dennoch oft Zeitdruck.
In der Abschlussrunde sagte eine Teilnehmerin, sie habe nun weniger Angst, zu Verstorbenen zu gehen. Eine andere fühlte sich in ihrer Haltung bestärkt. Eine dritte sagte, der Tag habe sie darin bestärkt, eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin zu machen.
Das hat mich berührt, weil darin für mich eine wichtige Botschaft liegt:
Über Trauer zu sprechen nimmt nicht den Schmerz oder die Belastung weg — aber es kann Angst verringern, Handlungssicherheit stärken und Menschen ermutigen. Denn diejenigen, die für andere Halt sind, brauchen auch selbst etwas, das sie in herausfordernden Situationen trägt.
Ich habe an diesem Tag Mitarbeitende erlebt, die mit großem Engagement und viel Menschlichkeit arbeiten. Menschen, die weit über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus für Bewohner*innen und Zugehörige da sind — und die am Ende eines langen Lebensweges oft zu einer wichtigen Bezugsperson oder sogar zur „letzten Familie“ werden.
Mein großer Respekt gilt diesen Menschen.
Danke an Brigitte Schwefler, die diesen Workshop ermöglicht hat, und an die Pflegedienste Kuijpers für diesen offenen und wertschätzenden Umgang mit dem Thema.

Danke auch an miteinander reden , der Spezialist für Personal- und Organisationsentwicklung im Sozial- und Gesundheitswesen, in deren Auftrag ich als Trainerin unterwegs war.
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